Soll unsere U-bahn gelb bleiben?!

Die Berliner U-Bahn wird im Gegensatz zu vielen anderen öffentlichen Verkehrsmitteln der Welt nicht von einem tristen Grau geprägt, sondern von einem eher knalligen Gelb. Das ist zwar schon irgendwie bemerkenswert, jedoch ist es noch viel bemerkenswerter, wenn der Zug von einem schicken buntem Bild bedeckt ist. Und jeder der ehrlich ist, wird sagen, dass er sich solche Bildnisse auch mit Staunen ansieht. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, die nicht wirklich mit künstlerischen Ideen glänzen, allerdings sind die meisten so genannten „Trainwriter“ wahre Könner in ihrem Handwerk. Und so verleihen sie dem leblosen, herumfahrenden Metallkasten eine Art Leben. Es ist deshalb schade, dass die Stadt Berlin ein Abkommen mit den Berliner Verkehrsbetrieben hat, nach dem jedes dieser Kunstwerke innerhalb von 24 Stunden gesäubert wird. Vor Allem da die Idee dahinter, die in der Hiphop Kultur der 80er Jahre in New York ursprünglich entstand, eigentlich die ist, dass der Mensch nicht ins Museum oder ähnliches geht um sich Kunst anzusehen, sondern dass die Kunst zum Menschen kommt. In Berlin gab es die ersten Zug-Sprühereien ebenfall schon kurz darauf und wurden zu dieser Zeit von der Gesellschaft im Großen und Ganzen gut angenommen und auch toleriert. Damals standen die künstlerischen Möglichkeiten der Graffiti-Szene noch in den Kinderschuhen und sah ungefähr so aus…

Heute sieht das Ganze natürlich ganz anders aus, es ist wesentlich farbenfroher und detailierter erarbeitet. Es gibt verschiedene Varianten das Ganze zu machen, die zwei verbreitetsten sind zum einen der so genannte „Wholecar“…

…, also das bemalen des ganzen Wagons, oder das recht gewöhnliche so genannte „Piece“…

…das nicht ganz so gewaltig ist aber, aber denoch schön zu sehen ist. Ich finde es auch besonders zu sehen, wie sich das „Piece“ an den Zug anpasst kann. Das Ganze Zugmalen trägt natürlich ein Risiko mit sich, was die Kontroverse in diesem Fall darstellt. Das ist natürlich eine Sache die man mit sich selbst ausmachen muss, ich möchte euch allerdings einen Film dazu ans Herz legen, der sich mit der Trainwirting Geschichte im Dokumentar Stil befasst, er ist wirklich sehr gut. Er trägt den Namen “ Unlike U“ und das hier ist der Trailer dazu:

Guck euch den Film ruhig mal an, auch wenn man sich eigentlich gar nicht mit Graffiti, Kunst usw. beschäftigt kann es eine wirklich sehr spannende und packende Reportage sein. Wenn man ihn sehen will geht das durch diversen Filmplattformen, Videotheken und eventuell sogar bei Youtube, ich kann ihn nur empfehlen.

So nun zum Schluß hab ich noch ein paar Eindrücke für auch, bis zum nächsten Mal und viel Spaß.

By Public Pee

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2 Gedanken zu „Soll unsere U-bahn gelb bleiben?!

  1. Ich finde nicht, dass U-Bahnzüge „leblose, herumfahrende Metallkästen“ sind. Gerade Züge haben in meinen Augen eine Art eigene „Lebendigkeit“.

    Trainwriting allerdings finde ich irgendwie faszinierend. Wenn ich auch eine eher zwiespältige Haltung dazu habe: Man könnte es, neben Sachbeschädigung durch aggressive Substanzen in der Farbe, auch als Respektlosigkeit gegenüber dem eigentlichen Design (und damit dessen Schöpfer) betrachten – aber das tun ja Sprayer in Form von „Crossen“ auch bei ihresgleichen – auf der anderen Seite wiederum auch als Bereicherung des Stadtbilds und als Ausdruck der Wertschätzung gegenüber dem Objekt, indem man es verschönert.

    Es bleibt eben alles im Auge des Betrachters.

    Die Fotos sind klasse!

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